Lavandula angustifolia

klein in Vollbluete 2010 1Der aus dem Mittelmeerraum stammenden Pflanzen wird viel Kraft – auch Zauberkraft - nachgesagt. Der Lavendel gehört der Familie der Lippenblüter (Lamiaceae) und der Gattung Lavandula an. Die fünf bekanntesten Lavendelsorten in unseren Breitengraden sind Lavandula angustifolia, Lavandula Latifolia (Speik), Lavandula Stoechas (Schopf-Lavendel), Lavandual Dentata (grüner Zahn-Lavendel) und Lavandula angustifolia Nana alba (weisser Lavendel). Diese vier Lavendelarten sind jedoch nur selten winterhart.
Die meist verbreitete Lavendelsorte ist ohne Zweifel Lavandula angustifolia. Ein Stock trägt ca. 20 – 30 Blütenrispen. Ihre relative Robustheit, mit der sie auch nächtliche Fröste übersteht, lässt sie als klare Favoritin in unsere Gärten einziehen. Aus Lavandula angustifolia wird auch das kostbare ätherische Oel gewonnen, das schon bei den alten Aegyptern zur Einbalsamierung der Mumien verwendet wurde. Die Römer, Griechen und Araber haben diese Pflanze zur Körperpflege und zum Waschen und Beduften ihrer Kleidung verwendet. Aus diesem Grund ist man dazu geneigt, das lateinische Wort „lavare“ - waschen – von Lavendel abzuleiten.
Auch in der Medizin hatte Lavendel seinen festen Platz. Die Aebtissin Hildegard von Bingen und einige Jahrhunderte später Pfarrer Sebastian Kneipp haben schon auf die Heilkraft von Lavendel vertraut. Seine beruhigende, entkrampfende, ausgleichende Wirkung wurden in Form von Tee, Balsam, Crème, Tinkture, Aufguss und Oel gegen Blähungen, Hautreizungen, Ekzeme, Akne, Insektenstiche, Schlafstörungen, Atemwegserkrankungen, Mundgeruch, Kopfschmerzen, Gicht, Rheuma etc. verabreicht. Getrocknete Lavendelblüten in der Küche geben Fleisch, Backwaren und Dessert eine unverkennbare Note.
klein in Vollbluete 2010 4Mit Lavendel im Schlüsselloch sollen gar böse Geister vertrieben werden. Läuse, Kleider- und Lebensmittelmotten, Mücken, Nacktschnecken und viele andere gefrässige Schädlinge machen einen grossen Bogen um Lavendelpflanzen im Garten und Balkonkübeln. Im Gegenzug werden Schmetterlinge, Bienen und Hummeln von ihrem Duft angezogen.
Während der Regierungszeit von Königin Viktoria in England feierte der Lavendel ein Revival. Lavendel als Duftwasser oder in kleinen Säckchen in Kommoden und Schränken, einzelne Stöcke oder ganze Beeteinfassungen in Bauern- und Prachtgärten sowie in kleine Sträusse gebunden am Gürtel des Sommerkleides galten als topmodern.
klein in Vollbluete 2010 2Der weltweite, jährliche Ernteertrag von Lavandula angustifolia deckt jedoch den Bedarf bei weitem nicht ab. Aus diesem Grund bedient sich die Duftindustrie oft des Lavandins, einer Kreuzung von wildem Lavendel (Lavandula angustifolia) und dem Spanischen Speik-Lavendel (Lavandula Latifolia).Diese Lavendelsorte ist eine Hochleistungsmaschine in Sachen Blütenrispen-Produktion. Ein Stock gleicht einem blauen Igel mit unzähligen, gigantisch hohen Blütenrispen. Das Lavendelöl aus dieser Lavendelsorte hat eine etwas andere Zusammensetzung und ist von minderer Qualität. Die darin enthaltenen Wirkstoffe sind nachweisbar schwächer. Deshalb ist es empfehlenswert, beim Kauf von Lavendelöl und Lavendelprodukten die Herkunft des Oels und die Inhaltsstoffe genau zu kontrollieren.

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