Die Pflege

klein nach der Pflanzung 1Was bei gross angelegten Kulturen unerlässlich ist, gilt auch für den Hausgarten oder gar einzelne Stöcke. Die unten aufgeführten Tipps helfen, eine üppige Blütenpracht und eine kompakte Form des Lavendelstockes für viele Jahre zu erhalten.

1.    Der Standort sollte vor dem Kauf von Lavendelstöcken gut überlegt sein. Fühlt sich ein Lavendelstock wohl, kann er sehr gross werden. Er verankert sich mit einem ausgedehnten, zähen Wurzelwerk im Erdreich. Fühlt sich ein Lavendelstock nicht wohl, entwickelt er sich nur langsam und bildet dünne, lange Zweige, die nicht richtig verholzen. Im schlimmsten Fall stirbt der Stock auch ab.

2.    Ein sonniger, trockener Standort mit kalkhaltigem, durchlässigem Erdreich sind für einen Lavendelstock die idealen Voraussetzungen, uns jedes Jahr aufs Neue mit der blauen Blütenpracht zu entzücken.

3.    Einmal eingesetzt und angegossen liebt es der Lavendelstock konkurrenzfrei. Damit sich das Wurzelwerk kräftigen und entfalten kann, sollte seine nähere Umgebung regelmässig gejätet werden. Unkrautsamen, die sich in unmittelbarer Nähe des Lavendelstockes entwickeln, behindern den Stock in seinem Wachstum. Beim Jäten werden dann oft das Wurzelwerk und die Zweige des Lavendelstockes verletzt.

4.    Der Lavendel ist ein genügsamer Zeitgenosse im Garten und übersteht auch klaglos eine längere Trockenzeit. Staunässe sollte auf jeden Fall verhindert werden, da sonst Fäulnis einsetzt.

klein nach der Pflanzung 25.    Der Lavendelstock sollte jedes Jahr zurückgeschnitten werden. Wie und wann dieser Rückschnitt geschehen soll, ist ein häufig diskutiertes und beschriebenes Thema. Hier meine Erfahrungswerte: Gleich nach der Ernte, also ca. Ende Juni/Mitte Juli, schneide ich die ganze Kultur bis auf das alte Holz zurück. Bis zum nächsten Frühling haben die Stöcke dann genug Zeit, sich zu erholen, nachzuwachsen und wieder einige Millimeter zu verholzen. Das frische Grünzeug und die blauen Blüten wachsen im nächsten Jahr über der Verholzung nach. Eine zweite Blüte ist somit nicht möglich. Vielmehr gibt man dem Lavendelstock genügend Zeit zur Erholung und verhindert ein wildes Auswuchern und frühzeitiges Verholzen der Triebe. Sollten trotzdem noch vereinzelte Blüten nach dem Rückschnitt das Auge verwöhnen, dann lagen diese verspäteten, unentwickelten Blütenknospen unter der Rückschnittslinie. Diese Blütenrispen sollten auch vor dem kompletten Verblühen abgeschnitten werden, damit sich keine Samenbildung  entwickeln kann.

Abgestorbene Pflanzenteile sollten auf jeden Fall sofort abgeschnitten werden. Der Lavendelstock wird an der Schnittstelle neue, feine Triebe im nächsten Jahr hervorbringen.

6.    Bei älteren Stöcken muss der Rückschnitt jedoch vorsichtig angegangen werden. Die alten Stöcke lieben es nicht, wenn plötzlich einige Zentimeter an den verholzen Treiben abgeschnitten wird. Aeltere Stöcke können nur langsam in Form geschnitten werden. Da empfiehlt sich gar ein sorgsamer Rückschnitt im frühen Frühling und im Herbst.
 
7.    Der saure Regen und generelle Ueberdüngung der Umwelt haben unser Erdreich fast überall ausgewaschen. Hier mein Tipp: Damit ich den ph-Wert unseres Lavendelfeldes etwas unter Kontrolle habe, verwöhne ich jeden Stock mit einer Handvoll Kalk im Herbst. Somit steht einem kräftigen Wuchs und einer üppigen Blütenpracht im nächsten Jahr nichts mehr im Wege.klein nach der Pflanzung 3

8.    Die Vermehrung von Lavendel kann auf 2 Arten in Angriff genommen werden:

1. An der Mutterpflanze schneidet man 10 – 15 cm lange Stecklinge ab. Es sollen blütenlose, nicht verholzte Triebe sein. Diese werden in einen Topf mit Anzuchterde gesteckt. Es dürfen keine Blätter in die Erde eingegraben werden. Der Topf sollte schattig aber warm platziert werden. Die Erde muss feucht bleiben. Es darf sich aber keine Staunässe bilden. Nach ca. 8 Wochen bilden sich die ersten Wurzen. Diese jungen Pflanzen müssen im Haus oder an einem geschützten Platz überwintert werden und sollten erst ins Freiland gepflanzt werden, wenn sie gut verwurzelt sind.

2. Was im Freiland meist unbemerkt und zwischen den bereits bestehenden, schützenden Lavendelstöcken geschieht, benötigt im Topf viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Lässt man die blauen Blütenrispen vollständig verblühen und erntet dann die grauen, trockenen Restblüten, hatte der Lavendelstock genügend Zeit, die kleinen, schwarzen Samen zu bilden. Die winzigen  Samen werden in Aufzuchterde gesteckt, hell und warm platziert und mässig feucht gehalten. Es kann schon 2 Jahre dauern, bis die zarten Pflanzen genügend verwurzelt sind, um ins Freie gesetzt zu werden. Ein Versuch lohnt sich immer! 

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